soziale Gerechtigkeit

Unsere Generation ist die Generation Krise. Was unseren Eltern jetzt als Abstieg droht, istfür die meisten von uns Normalität. Nicht erst seit gestern entwickelt sich die Situation von jungen Menschen, nicht nur in Deutschland, sondern in ganz Europa zum Schlechteren. Schlechtere Löhne und Arbeitsbedingungen, Leiharbeit, Leistungszwang, befristete Verträge, Hartz IV und vieles andere sorgen nicht nur für einen schlechteren Lebensstandard, sondern tragen auch stark zu Verunsicherung und Perspektivlosigkeit, gerade bei jungen Menschen, Frauen* und Migrant*innen bei. Nicht nur Menschen mit einer abgeschlossenen Berufsausbildung, sondern auch die, die sich momentan in einer Ausbildung befinden, sind von prekären Arbeits- und Lebensumstände betroffen. Armut und Abstiegsängste konditionieren alle, nicht nur jene, die direkt betroffen sind. Diese verschärften Ungerechtigkeiten und verschärften Krisenverhältnisse wollen wir nicht weiter hinnehmen, sondern gemeinsam mit anderen eine solidarische Mehrheit organisieren um dagegen zu kämpfen. Um benachteiligten Menschen aus verschiedenen Milieus trotzdem jetzt schon eine Perspektive zu bieten und ein lebenswertes Leben für alle zu sichern, fordern wir:

  • Vergesellschaftung von lebensnotwendigen Bereichen
    Gesundheitssektor, Bildungsbereich, Post, Bahn, Telekommunikation, öffentlichen Nahverkehr, Strom- und Wasserversorgung zurück in das Eigentum der Gesellschaft zu überführen. Damit diese Bereiche nicht privaten kapitalistischer Verwertungslogik unterliegen und somit allen Menschen gleichermaßen nutzbar und zugänglich sind! Gesellschaftliche Bereiche welche für die Existenz von uns Menschen lebensnotwendig sind, müssen auch von uns kontrolliert werden. Damit deren Wirtschaften uns allen zugutekommt und ein Minimum eines lebenswerten Lebens allen Menschen garantiert wird.

 

  • Support Care Revolution
    Care-Arbeit, auch bekannt als Reproduktionsarbeit bezeichnet Tätigkeiten des Sorgens und Sich kümmern, also z.B. alle Arbeiten die mit Pflege, Hausarbeit und Erziehung zu tun haben. Care-Arbeit wird unbezahlt im Privaten verrichtet, als auch zumeist schlecht bezahlt als Beruf, wie Erzieher*in oder Pfleger*in. Immer mehr geraten Menschen beim Versuch, gut für sich und andere zu sorgen, an die Grenzen ihrer Kräfte. Als Berufsfeld unterliegt sie der Profitmaximierung, die Arbeitsbedingungen sind an Quantität statt an Qualität ausgerichtet. Als Tätigkeit an sich ist sie nach rassistischen, geschlechtlichen oder klassenbezogenen Strukturierungen verteilt. Immer noch sind es Frauen*, die den größten Anteil an Care-Arbeit übernehmen und damit stark einer doppelten Belastung durch Care-Arbeit und Erwerbsarbeit ausgesetzt sind.

    Wir treten deshalb für eine Welt ein, in der sich die Menschen nicht als Konkurrent*innen gegenüberstehen, sondern für eine Kultur des Miteinanders und der Solidarität. Eine Welt, in der Care-Arbeit zu Hause gerecht verteilt, statt allein von Frauen* getragen wird und ihre Bedeutung für die Gesellschaft erkannt und aufgewertet wird. Im Sinne des „Netzwerk Care Revolution“ treten wir für eine Welt ein, die an den Bedürfnissen der Menschen imVordergrund steht – für ein gutes Leben für Alle.

 

  • Jugendgrundförderung
    Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene bilden die Zukunft unserer Gesellschaft. Nicht nur, dass der Altersdurchschnitt in der Gesellschaft konstant steigt und damit der Anteil von Kindern und Jugendlichen immer geringer wird, auch die Kinderarmut erreicht immer neue Rekordhöhen. Von den insgesamt 12,9 Millionen Kindern in Deutschland unterliegen bis zu 2,4 Millionen also mehr als ein Fünftel – einem Armutsrisiko.[1] Jede*r verdient die Chancen für ein erfülltes selbstbestimmtes Leben. Unabhängig davon, ob die Eltern oder der Staat die Möglichkeiten dafür bieten. Wir treten deswegen für ein Jugendgrundförderung ein.

[1]http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/deutschland-jedes-20-kind-leidet-materielle-nota-1117947.html

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